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Deckungsbeitragsrechnung einfach erklärt – mit Praxisbeispiel

15. Februar 2025
7 Min. Lesezeit

Verstehen Sie die Deckungsbeitragsrechnung anhand eines praxisnahen Beispiels und treffen Sie bessere Preisentscheidungen.

Einleitung

„Den Auftrag können wir unmöglich annehmen – bei dem Preis zahlen wir drauf!" Sätze wie dieser fallen täglich in deutschen Unternehmen. Und erstaunlich oft sind sie falsch.

Das Grundprinzip: Variable Kosten vs. Fixkosten

Die Deckungsbeitragsrechnung trennt die Kosten konsequent in zwei Kategorien: Variable Kosten und Fixkosten.

Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten

Das Praxisbeispiel: Die Tischlerei Holzwerk

Sie fertigt Esstische und verkauft monatlich 100 Stück zu je 800 €. Die variablen Kosten pro Tisch betragen 450 €.

Deckungsbeitrag je Tisch: 800 € − 450 € = 350 € Gesamtdeckungsbeitrag: 100 × 350 € = 35.000 € Betriebsergebnis: 35.000 € − 28.000 € Fixkosten = 7.000 € Gewinn

Break-even: Ab wann verdient Holzwerk Geld?

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Stück = 28.000 € ÷ 350 € = 80 Tische

Drei Entscheidungen, die der Deckungsbeitrag besser macht

1. Der Zusatzauftrag unter Vollkosten

Bei freien Kapazitäten lohnt jeder Auftrag mit positivem Deckungsbeitrag.

2. Das vermeintliche Verlustprodukt

Ein Produkt mit positivem Deckungsbeitrag stützt das Ergebnis, auch wenn es nach Vollkosten „Verlust" macht.

3. Die Sortimentspriorität bei Engpässen

Im Engpass entscheidet der Deckungsbeitrag je Engpasseinheit.

Fazit

Die Deckungsbeitragsrechnung ist das Schweizer Taschenmesser der Preisentscheidung: Sie zeigt mit der einfachen Formel „Umsatz minus variable Kosten", was jedes Produkt wirklich beiträgt.